Ihre Möglichkeiten im Diesel-Abgas-Skandal

2. Welche Fahrzeuge sind betroffen?

 

Früher erhielten Sie auf diese Frage von den Rechtsanwälten die Antwort: "Wenn Sie ein Aufforderungs-Schreiben für ein Software-Update erhalten haben".

Seit 2019 war das Fahrzeug betroffen, wenn es in den Listen des Kraftfahrt-Bundesamtes mit aufgeführt wird.

Seit dem BGH Urteil vom 28. Januar 2020, Az VIII ZR 57/19 und dem Schlussantrag der Generalanwältin beim EUGH vom 30.04.2020 steht fest: Ein hoher Anteil der aktuell bestehenden Diesel-Fahrzeuge sind betroffen.

 

In den Gerichtsverfahren erklärt VW beispielsweise, dass die EA288 Motoren in einem Thermobereich von -25 Graf bis über + 40 Grad die Abgasreinigung zu 100 Prozent funktionieren und nicht gedrosselt werden würde. Es ist davon auszugehen, dass die Hersteller aktuell die Motorsteuerung und Abgasreinigung ohne nennenswerte Drosselung der Abgasreinigung ausrichten können.

Im Focus stehen daher Fahrzeuge mit Baujahr 2014 - 2017.

1. Volkswagen mit EA189 Motoren

​Bei diesen Euro 5 Fahrzeugen sind die Ansprüche angeblich bereits verjährt. Jedoch gibt VW selbst zu, dass nach dem Software-Update immer noch ein Thermofenster eingebaut ist. Zusätzlich kann ein Anspruch aus § 852 BGB geltend gemacht werden, der ein 10-Jahres-Verjährungsfrist beinhaltet.

2. Volkswagen, Audi, Skoda, Seat und Porsche mit EA288 und EA287 Motoren

Des EA288 steht derzeit im Mittelpunkt. Er wurde seit 2012 in die Fahrzeuge des VW Konzerns verbaut und ist der Nachfolger des EA189 Motors. Der EA288 hat nach eigenen Aussagen von VW eine Drosselung der Abgasreinigung ab bestimmten Temperaturen eingebaut. VW gibt in den Verfahren selbst zu, dass die Abgasreinigung auch ab einer bestimmten Drehzahl gedrosselt wird.

 

Betroffen sind auch die T5 und T6 Fahrzeuge sowie die Crafter, die von vielen Handwerkern benutzt werden.

3. Daimler

Daimler trägt selbst stets vor, dass in den Fahrzeugen ein Thermofenster verbaut ist. Dieses würde dem Motorschutz dienen. Diese Aussage ist nun hinfällig. Alle Daimler-Fahrzeuge sind betroffen und manipuliert.

Betroffen ist hier auch der Sprinter und der Vito, die auch von etlichen Handwerkern benutzt werden.

4. BMW

BMW trägt ebenfalls selbst vor, dass sämtliche Fahrzeuge mit einem Thermofenster versehen wurden. BMW hat sogar das Fahrzeug auf die komplette Ausrüstung für eine ordnungsgemäße Abgasreinigung ausgerichtet. Allerdings die entsprechenden Teile nur für die Fahrzeuge in den USA eingebaut. Man kann einen BMW daher eigentlich relativ gut nachrüsten über die Ersatzteil-Bestellliste von BMW selbst. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf den prinzipiellen Schadensersatzanspruch gegen BMW. Die Verfahren gegen BMW werden durch die Decke gehen.

5. Opel

Opel hat zugegeben, dass neben dem Thermofenster drei weitere Manipulationen in der Abgasreinigung eingebaut wurden. Die Abgasreinigung wird abhängig vom Luftdruck, von der Motordrehzahl und von der Geschwindigkeit gedrosselt. Betroffen sind der Astra 1.6, Cascada 2.0, Insignia 2.0, Mokka 1.6 und der Zafira 1.6, 2.0.

6. Fiat

Fiat macht bei der Abschaltung der Abgasreinigung keine komplizierten Sachen. Nach 22 Minuten wird einfach komplett abgeschaltet. Zusätzlich setzt das Thermofenster die Abgasreinigung bereits ab 20 Grad und darunter aus. Betroffen sind die Modelle 500 L (1,6 L/Euronorm 5/2013), 500 L (1,6 L/Euronorm 6/2015), 500 X (1,6 L/Euronorm 6/2015), Panda (1,2 L/Euronorm 5/2012) und Tipo (1,6 L/Euronorm 6/2016).

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